Durchbruch bei Hirntumor: Elektrische Felder steigern den Erfolg der Immuntherapie

Bahnbrechende Forschungsergebnisse zeigen, dass die Kombination von Tumorbehandlungsfeldern (TTFields) mit Standard-Chemotherapie und Immuntherapie das Überleben von Patienten mit Glioblastom, einer aggressiven Form von Hirntumor, erheblich verlängert. Die von Forschern von Keck Medicine der USC geleitete Studie zeigt, dass TTFields das körpereigene Immunsystem auf die Bekämpfung des Krebses vorbereiten, wodurch die Immuntherapie weitaus wirksamer ist als bei alleiniger Anwendung. Dies stellt einen großen Fortschritt bei der Behandlung einer Krankheit dar, bei der die Überlebensraten derzeit weiterhin kritisch niedrig sind.

Warum die Glioblastom-Behandlung fehlschlägt und warum das wichtig ist

Aufgrund seines aggressiven Wachstums und seiner Lage im Gehirn ist das Glioblastom bekanntermaßen schwer zu behandeln. Die Blut-Hirn-Schranke schränkt den Zugang der Immunzellen ein, sodass Standard-Immuntherapien in den meisten Fällen unwirksam sind. Aktuelle Behandlungen, selbst aggressive Kombinationen aus Operation, Chemotherapie und Bestrahlung, bieten nur begrenzte langfristige Vorteile. Dieser neue Ansatz umgeht diese Einschränkung, indem er eine Immunantwort im Tumor selbst stimuliert und so die Tür öffnet, damit die Immuntherapie endlich wie beabsichtigt wirkt.

Wie TTFields die Immunantwort umgestalten

TTFields liefern über ein tragbares Gerät elektrische Felder geringer Intensität direkt an den Tumor. Diese Felder stören die Teilung von Krebszellen und locken vor allem tumorbekämpfende T-Zellen an die Tumorstelle. Die wichtigste Erkenntnis ist, dass die elektrischen Felder nicht nur das Wachstum verlangsamen, sondern den Tumor aktiv auf einen Immunangriff vorbereiten. In Kombination mit einer Immuntherapie (Pembrolizumab in dieser Studie) bleiben die T-Zellen länger aktiv und werden durch noch wirksamere Immunzellen ersetzt.

Dr. David Tran, Hauptautor der Studie, erklärt es einfach: * „Durch die Verwendung von TTFields mit Immuntherapie bereiten wir den Körper darauf vor, einen Angriff auf den Krebs zu starten, wodurch die Immuntherapie eine bedeutungsvolle Wirkung erzielen kann, die vorher nicht möglich war.“*

Studienergebnisse: Eine Überlebenssteigerung um 70 %

An der klinischen Phase-2-Studie nahmen 31 Glioblastompatienten teil, die ihre erste Krebsbehandlung abgeschlossen hatten. Diejenigen, die TTFields, Chemotherapie und Immuntherapie erhielten, lebten etwa 10 Monate länger als diejenigen, die nur mit Chemotherapie und TTFields behandelt wurden. Am auffälligsten war, dass Patienten mit größeren, inoperablen Tumoren einen noch größeren Nutzen sahen – eine 70-prozentige Steigerung des Gesamtüberlebens und eine stärkere Immunantwort. Die Studie legt nahe, dass größere Tumoren möglicherweise mehr Angriffspunkte für die Therapie bieten, was sie noch wirksamer macht.

Die Forscher fanden heraus, dass die Kombination von Behandlungen die natürliche Fähigkeit des Körpers zur Krebsbekämpfung aktivierte, indem sie die Fähigkeit der T-Zellen verbesserte, Krebszellen zu identifizieren und anzugreifen. Dies ist besonders wichtig bei der Behandlung von Glioblastomen, wo die Blut-Hirn-Schranke häufig verhindert, dass T-Zellen und andere Therapien Hirntumoren erreichen.

Laufende Validierung und zukünftige Auswirkungen

Derzeit läuft eine größere klinische Phase-3-Studie an mehreren Standorten in den USA, Europa und Israel, um diese Ergebnisse an einer breiteren Patientenpopulation zu bestätigen. In dieser Studie wird auch untersucht, ob die chirurgische Entfernung des Tumors die Immunantwort beeinflusst. Die aktuellen Daten deuten darauf hin, dass diese Kombinationstherapie selbst für Patienten, die sich keiner Operation unterziehen können, einen erheblichen Überlebensvorteil bietet.

Diese Forschung wird zwar teilweise von Novocure (dem Hersteller des TTFields-Geräts) finanziert, stellt jedoch einen entscheidenden Schritt zur Bewältigung der Herausforderungen bei der Behandlung von Glioblastomen dar. Wenn dieser Ansatz in größeren Studien validiert wird, könnte er die Ergebnisse für Patienten, die mit dieser verheerenden Diagnose konfrontiert sind, erheblich verbessern.