Die von der Kritik gefeierte Serie „Adoleszenz“ setzte ihre Dominanz in der Preisverleihungssaison bei den Golden Globes 2026 fort und gewann mehrere Auszeichnungen, darunter die beste limitierte Serie. Allerdings nutzte der Schöpfer Jack Thorne die Plattform, um eine deutliche Botschaft über gesellschaftliche Versäumnisse bei der Prävention von Jugendgewalt zu übermitteln.

Die Kernbotschaft: Keine Angst vor Teenagern, sondern die Schuld auf Erwachsene

Thorne machte deutlich, dass die Show – die die Folgen eines gewalttätigen Angriffs eines wegen Mordes angeklagten Teenagers schildert – nicht dazu gedacht ist, jungen Menschen Angst einzuflößen. Stattdessen argumentierte er, dass die Hauptursache im „Schmutz und Schutt“ liege, den die älteren Generationen hinterlassen hätten. Er erklärte ausdrücklich, dass die Verhinderung solcher Tragödien in der Verantwortung der Erwachsenen liegt und einen systemischen Wandel „von oben nach unten“ erfordert.

Dekonstruktion der Erzählung: Jenseits der Manosphäre

Adoleszenz hat Lob für seinen unerschütterlichen Blick auf toxische Online-Ideologien, einschließlich der Manosphäre und der Incel-Kultur, erhalten. Thorne besteht darauf, dass der Protagonist der Show nicht einfach ein Produkt dieser Räume ist, sondern eine Folge systemischer Fehler: nachlässige Erziehung, gleichgültige Schulen und mangelnde Intervention. Er wies darauf hin, dass individuelle Regulierung (Kindersicherung, Schulverbote für Telefone) zwar helfen kann, aber nicht ausreicht.

„Setzen Sie 3.000 Kinder in die gleiche Situation und sie würden nicht das tun, was er getan hat. Verbringen Sie jedoch Zeit in Foren auf 4chan oder Reddit … und Sie landen in dunklen Räumen.“

Der Aufruf zum Eingreifen der Regierung

Thorne argumentierte, dass „staatliche Unterstützung von entscheidender Bedeutung“ sei, da gefährliche Ideen im Internet für junge Köpfe überwältigend seien, wenn sie sie alleine verarbeiten könnten. Er betonte, dass die Verbreitung extremistischer Inhalte nicht nur eine Frage der individuellen Verantwortung sei, sondern eine Krise der öffentlichen Sicherheit, die umfassendere Maßnahmen erfordere.

Letztendlich geht es beim Erfolg von Adoleszenz nicht nur um Auszeichnungen. Es geht darum, ein schwieriges Gespräch zu erzwingen: Die ältere Generation hat die Bedingungen geschaffen, die es dieser Gewalt ermöglichen, sich auszubreiten, und sie muss nun die Verantwortung dafür übernehmen, sie zu beheben.