Die eskalierenden Spannungen in Minneapolis, die durch tödliche Schießereien gegen Beamte der Einwanderungs- und Zollbehörde (ICE) gekennzeichnet waren, haben eine Debatte über die Methoden der Behörde entfacht und darüber, ob sie die Grenze überschreiten. Ehemalige Militärangehörige äußern sich anonym oder direkt zu den aggressiven Taktiken der ICE, manche bezeichnen sie als rücksichtslos, unprofessionell und sogar kriminell.

Die Schießereien in Minneapolis: Ein Brennpunkt

Die jüngste Erschießung von Alex Pretti, einer Krankenschwester auf der Intensivstation, durch Bundesagenten in Minnesota hat zu einem Brennpunkt der Empörung geführt. Während die Behörden Selbstverteidigung behaupten, wecken Videoaufnahmen Zweifel an dieser Darstellung: Sie zeigen, wie Pretti eingreift, um einer Frau zu helfen, die von Agenten zu Boden gestoßen wurde, bevor sie überwältigt und erschossen wurde. Dieser Vorfall hat zusammen mit der früheren Ermordung von Renee Good zu Forderungen an die ICE geführt, den Betrieb einzuschränken oder die Partnerstädte ganz zu verlassen. Kritiker argumentieren, dass niedrigere Ausbildungsstandards und der Druck, möglichst viele Festnahmen zu erzielen, zu exzessiver Gewalt führen. Einige verweisen auf Aussagen von Beamten wie Stephen Miller, die Agenten dazu ermutigen, aggressiv vorzugehen, ohne Angst vor Konsequenzen zu haben.

Veteranen sagen ihre Meinung: Ein Spektrum der Missbilligung

HuffPost interviewte sechs ehemalige Militärveteranen und offenbarte dabei ein breites Spektrum an Meinungen: Einige unterstützen die Strafverfolgung bedingungslos, während andere über das Verhalten der ICE zutiefst beunruhigt sind. Ein pensionierter Oberst beschrieb ICE-Agenten als „ungeschulte Schläger“, die mit widersprüchlichen Befehlen handelten, was zu einer unnötigen Eskalation führte. Ein anderer Veteran der Küstenwache bezeichnete die Schießereien als „Mord“ und forderte Rechenschaftspflicht mit der Begründung, dass rücksichtslose Taktiken in der professionellen Strafverfolgung keinen Platz hätten. Ein ehemaliger Marine zeigte sich frustriert darüber, dass ICE-Agenten nicht den gleichen Standards unterliegen wie Militärangehörige, gegen die auf einem Schlachtfeld wegen ähnlichem Verhalten ermittelt wird.

Der Kern des Problems: Mangelnde Disziplin

Der pensionierte US-General Mark Hertling brachte es auf den Punkt: „ICE spielt Soldat, aber ohne Disziplin.“ Veteranen betonen die Bedeutung einer klaren Kommunikation, Deeskalationstechniken und der Einhaltung von Einsatzregeln – Grundsätze, die im ICE-Einsatz häufig fehlen. Einige Veteranen argumentieren, dass der aggressive Ansatz der Agentur kontraproduktiv sei, die Spannungen eskaliere und gefährliche Situationen schaffe. Andere äußern ihre Besorgnis darüber, dass unerfahrene Agenten aufgrund mangelnder Ausbildung nicht darauf vorbereitet sind, mit emotional aufgeladenen Begegnungen umzugehen.

Das Fazit

Die zunehmende Kritik ehemaliger Militärangehöriger unterstreicht ein grundlegendes Problem: Die Taktiken der ICE werden als übertrieben, rücksichtslos und ohne die von Strafverfolgungsbehörden erwartete Professionalität wahrgenommen. Unabhängig davon, ob diese Vorfälle auf schlechte Ausbildung, bewusste Politik oder individuelles Fehlverhalten zurückzuführen sind, ist die Botschaft klar: Viele Veteranen glauben, dass ICE außerhalb akzeptabler Grenzen operiert, das Vertrauen untergräbt und Konflikte in Gemeinden im ganzen Land eskaliert.