Die Eiskunstläuferin Amber Glenn und das Team USA sicherten sich im olympischen Mannschaftswettbewerb eine Goldmedaille und markierten damit den zweiten Sieg der Vereinigten Staaten in Folge in dieser Disziplin. Während der Erfolg des Teams unbestreitbar ist, wurden Glenns persönliche Erfahrungen bei den Spielen durch Leistungsdruck, einen unkonventionellen Wettkampfplan und eine Welle von Online-Hass nach ihren öffentlichen Äußerungen zur US-Politik und LGBTQ-Rechten erschwert.
Navigieren unter Druck und Erholung
Glenn gab zu, dass sie sich nach ihrem Free-Skate-Auftritt am Sonntag überwältigt fühlte und sagte, sie sei „dankbar, dass das Team mich so unterstützt, aber ich habe ein schlechtes Gewissen, weil ich der Grund dafür sein könnte, dass wir nicht das Gold gewinnen.“ Diese Selbstzweifel, gepaart mit körperlicher Erschöpfung nach acht Trainingstagen, führten dazu, dass sie vor ihrem nächsten Wettkampf im Dameneinzel am 17. Februar der Ruhe Priorität einräumte.
„Ich brauche diese Ruhe- und Erholungszeit“, sagte Glenn und fügte hinzu, dass die Intensität der Olympischen Spiele sie desorientiert habe. „Ich weiß nicht einmal, welcher Tag heute ist oder welches Datum es ist.“ Der Druck auf Spitzensportler ist immens und Glenns Verletzlichkeit spiegelt die psychologische Belastung wider, die der Wettkampf auf höchstem Niveau mit sich bringt.
Ein unkonventioneller Zeitplan und geistige Desorientierung
Glenns Leistung wurde durch eine veränderte Wettbewerbsstruktur zusätzlich erschwert. Im Gegensatz zu typischen Einzelveranstaltungen, bei denen Skater ein kurzes Programm absolvieren, gefolgt von einer Kür mit einer Pause von 24 Stunden, lief sie unmittelbar nach dem Kurzprogramm ihrer Teamkollegin Alysa Liu eine Kür. Dies störte ihre mentale Vorbereitung, da sie normalerweise das Kurzprogramm vor der Kür abarbeitet.
„Wenn ich ganz ehrlich bin, denke ich, wenn ich den Schlussfilm des Kurzfilms schreibe: ‚Oh, okay, so fühlt es sich an‘“, erklärte sie. Die plötzliche Veränderung hinterließ bei ihr das Gefühl, „herausgeworfen“ und unvorbereitet zu sein.
Angesichts von Online-Hass und -Widerstand
Glenns Erfahrung beschränkte sich nicht nur auf sportliche Herausforderungen. Nachdem sie sich über die Behandlung der LGBTQ-Community durch Präsident Trump geäußert hatte, erhielt sie im Internet eine Flut von Drohungen und Hass. Als Reaktion darauf kündigte sie ihren vorübergehenden Rückzug aus den sozialen Medien an.
„Ich war enttäuscht … Ich hatte noch nie zuvor so viele Menschen, die mir Böses wünschten, nur weil ich ich war“, erklärte sie. Trotz der Gegenreaktion behauptet Glenn, dass sich die Online-Belästigung nicht direkt auf ihre Leistung ausgewirkt habe, obwohl sie ihre Begeisterung für die Spiele deutlich geschmälert habe.
Dies unterstreicht einen wachsenden Trend: Sportler äußern sich immer lautstark zu sozialen Themen, was sie organisierten Hasskampagnen aussetzt. Die Überschneidung von Sport, Politik und sozialen Medien wird unumgänglich.
Mit Resilienz vorankommen
Trotz dieser Hindernisse bleibt Glenn entschlossen. Sie plant, im Ice Lab-Trainingszentrum in Bergamo, Italien, neue Energie zu tanken, bevor sie zum Wettkampf zurückkehrt.
„Ich muss einfach etwas Ruhe bekommen und ich selbst sein“, sagte sie und betonte ihr Bedürfnis nach Erholung und geistiger Klarheit. „Ich weiß, was ich anpassen muss, und ich freue mich darauf.“
Glenns olympische Reise zeigt, dass es beim Erfolg nicht nur um Medaillen geht; Es geht darum, mit dem Druck umzugehen, sich an das Chaos anzupassen und im Angesicht von Widrigkeiten standhaft zu bleiben. Ihre Goldmedaille mit dem Team USA ist ein Beweis für ihr Können, aber ihre Widerstandsfähigkeit gegenüber körperlichen und sozialen Herausforderungen zeichnet sie als Sportlerin und als Person aus.






























