Eine neue Studie bestätigt, dass der Cannabiskonsum bei Jugendlichen das Risiko für die Entwicklung schwerer psychischer Erkrankungen wie Psychosen und bipolarer Störungen im frühen Erwachsenenalter erheblich erhöht. Die Ergebnisse, die auf einer groß angelegten Analyse von fast einer halben Million Jugendlichen basieren, verstärken die wachsende Besorgnis über die Auswirkungen der zunehmenden Legalisierung und Potenz von Cannabis auf die Gehirnentwicklung von Teenagern.
Steigender Cannabiskonsum unter Teenagern
Der Cannabiskonsum unter Teenagern hat in den letzten Jahrzehnten stark zugenommen. Seit dem Jahr 2000 ist die Nutzung um 245 % gestiegen, wobei über 30 % der Oberstufenschüler in den USA von der Nutzung im vergangenen Jahr berichten und 6,3 % sie täglich nutzen (Daten aus dem Jahr 2022). Dieser Trend fällt mit einer zunehmenden Legalisierung in den gesamten USA zusammen – in den meisten Bundesstaaten ist Cannabis inzwischen für den Freizeit- oder medizinischen Gebrauch legal – und dramatisch höheren THC-Konzentrationen in Cannabisprodukten.
Studienergebnisse: Ein klarer Zusammenhang mit psychiatrischen Störungen
Die Forscher analysierten die Gesundheitsakten von 460.000 Jugendlichen und verfolgten sie bis zum Alter von 25 Jahren. Die Ergebnisse sind eindeutig: Jugendliche, die im vergangenen Jahr über Cannabiskonsum berichteten, erhielten doppelt häufiger eine klinische Diagnose einer Psychose (einschließlich Schizophrenie) oder einer bipolaren Störung im Vergleich zu Nichtkonsumenten. Die im JAMA Health Forum veröffentlichte Studie kontrollierte bereits bestehende psychische Erkrankungen und stellte einen klaren Zusammenhang zwischen Cannabiskonsum und neu auftretenden Störungen fest.
„Wir untersuchten Kinder, die Cannabis konsumierten, bevor sie Anzeichen dieser psychiatrischen Erkrankungen aufwiesen, und verfolgten sie dann, um herauszufinden, ob die Wahrscheinlichkeit, dass sie diese entwickeln, höher oder geringer war“, sagte Dr. Lynn Silver, Co-Autorin und Kinderärztin am Public Health Institute.
Während frühere Untersuchungen einen Zusammenhang zwischen Cannabiskonsum und psychiatrischen Symptomen nahelegten, ist diese Studie eine der ersten groß angelegten Längsschnittanalysen, die einen direkten Zusammenhang mit diagnostizierten psychischen Störungen bestätigt. Psychiater, die nicht an der Forschung beteiligt sind, wie Dr. Ryan Sultan von der Columbia University, stimmen zu: „Das ist sehr, sehr, sehr besorgniserregend.“
Warum das wichtig ist: Gehirnentwicklung und THC-Potenz
Das jugendliche Gehirn befindet sich noch in der Entwicklung, insbesondere in Bereichen, die für emotionale Regulierung, Motivation und kognitive Funktionen verantwortlich sind. Cannabiskonsum, insbesondere hochwirksame Produkte, kann diese Entwicklung stören. THC wirkt auf Cannabinoidrezeptoren im Gehirn und eine frühe Exposition kann lang anhaltende Auswirkungen haben.
Die durchschnittlichen THC-Konzentrationen haben sich seit den 1990er Jahren mehr als verfünffacht (in einigen Regionen liegen sie mittlerweile bei über 20 %), was das Risiko unerwünschter Wirkungen erhöht. Das bedeutet, dass das heutige Cannabis deutlich stärker ist als das, dem frühere Generationen ausgesetzt waren.
Implikationen für Politik und Bildung
Die Autoren der Studie fordern Ärzte, Eltern und politische Entscheidungsträger auf, dies zur Kenntnis zu nehmen. Die Ergebnisse sprechen für strengere Vorschriften für den Zugang von Jugendlichen zu Cannabis, eine stärkere Aufklärung über die Risiken und gezielte Marketingbeschränkungen. Mit zunehmender Legalisierung erfordert die Verhinderung des Konsums von Teenagern proaktive Maßnahmen zum Schutz der gefährdeten Gehirnentwicklung.
Der Zusammenhang zwischen Cannabiskonsum bei Jugendlichen und schweren psychischen Störungen ist heute stärker denn je und erfordert eine ernsthafte Reaktion der öffentlichen Gesundheit.




























