Für viele löst das Kochen von Reis auf dem Herd kulinarische Ängste aus. Ob es darum geht, die „Knöchelregel“ zu befolgen, sich auf vage Familienanweisungen zu verlassen oder zu versuchen, das genaue Wasser-zu-Getreide-Verhältnis auf einer Packung zu entschlüsseln, die Ergebnisse sind oft inkonsistent. Eine Portion kann fluffig und leicht sein, während die nächste entweder knusprig und unzureichend gekocht ist oder eine verbrannte, gummiartige Masse am Boden des Topfes bildet.
Während moderne Reiskocher dieses Problem weitgehend durch automatisierte Sensoren gelöst haben, verlassen sich viele Köche immer noch auf traditionelle Methoden auf dem Herd. Um Rätselraten zu vermeiden, gibt es in professionellen Testküchen eine überlegene Technik: die Pasta-Methode.
Warum das traditionelle Reiskochen oft scheitert
Die grundlegende Schwierigkeit beim traditionellen Reiskochen liegt im Flüssigkeitsverhältnis. Die meisten Rezepte erfordern eine bestimmte, abgemessene Menge Wasser, die vom Getreide aufgenommen wird. Dies erfordert Präzision; Selbst eine geringfügige Abweichung der Wassermenge oder der Hitzeintensität kann die Textur zerstören.
Darüber hinaus erfordern verschiedene Reissorten – etwa weißer Langkornreis, Kurzkornreis oder herzhafter brauner Reis – sehr unterschiedliche Flüssigkeitsmengen und unterschiedliche Garzeiten. Diese Komplexität macht es schwierig, eine einzige „Regel“ zu beherrschen, die für alles in der Speisekammer gilt.
Die Lösung: Die Pasta-Methode
Die Pasta-Methode stellt die traditionelle Logik auf den Kopf. Anstatt zu versuchen, die genaue Wassermenge zu messen, die der Reis aufnimmt, kochen Sie die Körner in einer großen Menge kochendem Wasser, ähnlich wie Sie Spaghetti oder Penne kochen würden. Sobald die Körner die gewünschte Zartheit erreicht haben, lässt man das überschüssige Wasser einfach abgießen.
Dieser Ansatz bietet mehrere entscheidende Vorteile:
– Universelle Anwendung: Sie müssen die Verhältnisse nicht für verschiedene Reissorten anpassen. Die Methode funktioniert sowohl bei Langkorn- als auch bei Kurzkornreis und braunem Reis.
– Reduzierte Verbrennungsgefahr: Da der Reis in ein großes Wasserbecken getaucht wird, ist die Gefahr, dass der Reis durch Verdunstung verbrennt, praktisch ausgeschlossen.
– Konsistente Textur: Das überschüssige Wasser hilft dabei, überschüssige Stärke während des Kochvorgangs abzuwaschen, was zu gleichmäßigeren Ergebnissen führt.
So führen Sie die Pasta-Methode aus
Um perfekte Ergebnisse zu erzielen, befolgen Sie diese optimierten Schritte:
- Kochen Sie einen großen Topf Wasser: Verwenden Sie einen Topf, der groß genug ist, damit sich die Körner frei bewegen können, ohne zu kleben. Für eine Tasse Reis reicht normalerweise ein mittelgroßer Topf.
- Fügen Sie den Reis hinzu: Sie müssen den Reis nicht unbedingt vorher abspülen, da die Menge an Wasser den Stärkegehalt auf natürliche Weise reguliert.
- Bis weich kochen: Den Reis bei mittlerer Hitze kochen. Da der Reis im Wasser schwimmt, kocht er möglicherweise etwas schneller als bei herkömmlichen Methoden.
- Langkörniger weißer Reis: Ungefähr 10 Minuten.
- Brauner Reis: Ungefähr 20 Minuten.
- Profi-Tipp: Probieren Sie mit einem Schaumlöffel regelmäßig ein paar Körner aus, um sicherzustellen, dass sie Ihre bevorzugte Konsistenz erreicht haben.
- Abtropfen lassen: Sobald der Reis weich ist, gießen Sie ihn in ein feinmaschiges Sieb, um das restliche Wasser abtropfen zu lassen.
Vielseitigkeit und Best Practices
Das Schöne an dieser Technik ist, dass sie nicht auf Reis beschränkt ist. Es ist eine hervorragende Möglichkeit, verschiedene Getreidesorten zuzubereiten, darunter Gerste, Farro und Hirse. Vermeiden Sie diese Methode jedoch bei Hafer, da die hohe Wassermenge dazu neigt, eine schlammartige Konsistenz anzunehmen.
Um den Erfolg sicherzustellen, stellen Sie immer einen Timer ein. Genau wie bei Nudeln führt ein zu langes Einlegen von Körnern in kochendes Wasser zu einer durchnässten und unappetitlichen Konsistenz.
Fazit: Indem Sie Reis wie Nudeln behandeln, umgehen Sie den Stress der Messung des Wasserverhältnisses und gelangen zu einem zuverlässigeren, vielseitigeren und kinderleichteren Kochprozess.
