Die mit Spannung erwartete Fortsetzung des Modeklassikers Der Teufel trägt Prada 2 stößt vor ihrer geplanten Veröffentlichung am 1. Mai auf erhebliche Gegenreaktionen. Während sich die anfängliche Kritik der Fans auf technische Aspekte wie kalte Beleuchtung und Farbkorrektur konzentrierte, hat sich die Diskussion auf ein viel ernsteres Thema verlagert: Vorwürfe der Rassenstereotypisierung und beleidigender Charakterbeschreibung.
Der Funke der Kontroverse
Die Spannung begann nach der Veröffentlichung eines neuen Teasers auf X (ehemals Twitter). Der Clip zeigt Andy Sachs (Anne Hathaway) beim Treffen mit ihrer neuen Assistentin Jin Chao (gespielt von Helen J. Shen). Während der Begegnung hält Jin einen schnellen Monolog, in dem sie ihre Referenzen detailliert beschreibt:
„Wenn du mich nicht willst, kannst du jemand anderen interviewen. Das ist völlig in Ordnung. Ich bin nach Yale gegangen, 3,86 GPA, Leadsopran der Whiffenpoofs, und mein ACT-Score war beim ersten Mal 36.“
Social-Media-Nutzer haben scharf auf diese Szene reagiert und argumentiert, dass die Kombination aus der übermäßigen Fixierung der Figur auf akademische Leistungen, ihren spezifischen Manierismen und ihrer Unbeholfenheit stark zu reduktiven asiatischen Stereotypen tendiert.
Sprachliche Bedenken und Beleidigungen
Über den Dialog des Charakters hinaus konzentrierte sich die Gegenreaktion auf den Namen des Charakters selbst. Kritiker haben auf mehrere beunruhigende sprachliche Zufälle hingewiesen, die viele als anstößig empfinden:
- Phonetische Ähnlichkeiten: Einige Benutzer bemerkten, dass der Name „Jin Chao“ unangenehm an abfällige rassistische Beleidigungen erinnert.
- Versteckte Bedeutungen: Andere Kommentatoren wiesen darauf hin, dass der Name auf Chinesisch als „真丑/真臭“ (zhēn chǒu ) interpretiert werden kann, was übersetzt „extrem hässlich“ oder „extrem stinkend“ bedeutet.
Diese Beobachtungen haben viele zu der Frage veranlasst, ob die Benennung ein bewusstes Versehen oder ein Mangel an kultureller Sensibilität während des Schreibprozesses war.
Ein Muster der Hollywood-Repräsentation
Die Kritik spiegelt eine allgemeine Frustration darüber wider, wie asiatische Charaktere in der Vergangenheit im westlichen Kino dargestellt wurden. Ein Zuschauer bemerkte, dass die Darstellung an veraltete Hollywood-Tropen von vor zwei Jahrzehnten erinnert, in denen asiatische Charaktere oft zu „vorbildlichen Minderheiten“-Karikaturen degradiert wurden – Charaktere, die sich ausschließlich durch ihre akademische oder berufliche Perfektion und nicht durch ihre Menschlichkeit auszeichnen.
Für viele Fans, insbesondere auf internationalen Märkten, fühlt sich dies wie eine verpasste Chance an. Wie ein Kommentator feststellte, verfügte das Studio über eine „Goldgrube“ an eingebauter Nostalgie und globalem Interesse, riskierte jedoch, ein großes Publikum zu entfremden, indem es keine differenzierte, respektvolle Darstellung lieferte.
Wie geht es mit der Fortsetzung weiter?
Trotz des sich zusammenbrauenden Sturms bleibt „Der Teufel trägt Prada 2“ eine der am meisten erwarteten Fortsetzungen der letzten Zeit. Der Film verspricht ein gewaltiges Wiedersehen mit der Originalbesetzung, darunter Meryl Streep, Anne Hathaway, Stanley Tucci und Emily Blunt, während sie die Rückkehr von Miranda Priestly und eine auf Rache basierende Verschwörung mit Emily Charlton meistern.
Ob die Produktion diese Bedenken ausräumen wird oder ob die Kontroverse die Veröffentlichung des Films überschatten wird, bleibt abzuwarten.
Fazit: Die Gegenreaktion gegen „Der Teufel trägt Prada 2“ unterstreicht die wachsende Nachfrage nach kultureller Authentizität in Hollywood, da Fans zunehmend überholte Stereotypen zugunsten sinnvoller, vielfältiger Geschichten ablehnen.
